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Das ganze Jahr Weihnachten

Manfred Lipienski begruesst seine Gaeste. (© bochum-lokal; FotoTaG)

Mehr als 250 Krippen beherbergt Manfred Lipienski unter seinem Dach

Der Papst ist das Oberhaupt der katholischen Kirche. Da kann man leicht ahnen, was es zu bedeuten hat, wenn Manfred Lipienski im Volksmund als Krippenpapst bezeichnet wird. Wer genau wissen möchte was diesen Titel ausmacht, sollte sich in der Vorweihnachtszeit einmal in Dahlhausen an der Eibergerstraße 60 zu einer Führung durch sein beschauliches Privatmuseum anmelden. Einen großen Stern mit Schweif über dem Haus, oder Hinweistafeln findet man dort allerdings nicht. Bei der großen Aufmerksamkeit, die er mittlerweile auch überregional erreicht hat, ist er bescheiden geblieben und verzichtet auf jegliche Reklame.

Über 250 Weihnachtskrippen zählen mittlerweile zum Bestand des 72-jährigen, ehemaligen Elektromeisters. Die meisten davon sind selbst gebaut, aber auch Darstellungen der Geburts-

Bergkrippe (© bochum-lokal; FotoTaG)
Ausstellungsraum (© bochum-lokal; FotoTaG)

zene aus der ganzen Welt sind hier zu finden. Teile von unschätzbarem Wert, die er von Leuten zugeschickt oder mitgebracht bekommen hat. Einfach weil sie wissen, dass sie bei ihm in guten Händen sind. Eine, die ihm besonders ans Herz gewachsen ist, könnte man fast übersehen. "Dies war auch beabsichtigt",

erklärt Manfred Lipienski. Die Klapp-Krippe aus dünnem Papier hatte sich heimlich ein deutscher Soldat im sowjetischen Gefangenenlager von Grosny gebastelt und unter seinem Kopfkissen versteckt. "Dies war


das einzigste was er zu Weihnachten hatte, fern ab der Heimat, verbunden mit der Hoffnung, die Familie wieder sehen zu können", verdeutlicht er. Dass dazu nicht immer der Stall von Bethlehem gehören muss, zeigt er an anderer Stelle. Hier variieren auch die Materialien, aus denen die Figuren und Kulissen bestehen. Das Geschehen ins Revier, mitten im Streb Unter Tage versetzt. "Ausgekleidet mit echter Steinkohle", erklärt der Museumschef. "Hier waren Kinder, die wussten nicht einmal wie die aussieht!", und zeigt den Brocken, den er seither zum Anfassen bereit hält.

Wurzelkrippe (© bochum-lokal; FotoTaG)
Hoehlenkrippe(© bochum-lokal; FotoTaG)

Wie sich die Szenerie von damals wohl heute mediengerecht aufarbeiten lässt, hat er für sich schon lange geklärt und einfach Maria und Josef zusammen mit dem Kind in ein altes Fernsehgehäuse gesetzt.

So gibt es beim Rundgang durch die alte Backstube, die danach als Lagerraum für den Elektrobetrieb genutzt wurde, zu jedem Exponat eine eigene, interessante Geschichte. Genauso wie die, über ihn selbst. Vom pensionierten Elektromeister, der eine Ausblidung zum Krippenbaumeister absolviert hat.

Bergbaukrippe (© bochum-lokal; FotoTaG)
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